Entstehung & Geschichte

Günstige klimatische Bedingungen und fruchtbare Böden waren gute Vorraussetzung für eine frühe Besiedlung unserer Region. Die Funde von Skelettresten eines steinzeitlichen Menschen bei Bilzingsleben bis hin zur Blütezeit der ludowingischen Landgrafen mit einer ihrer Residenzen in Weißensee sind Beispiele einer uralten Kulturlandschaft.

Die vielen kleinen Heimatstuben und -museen bewahren alte Traditionen und vermitteln einen Einblick in die "gute alte Zeit".

Einer der ältesten Orte Thüringens neben Arnstadt und Mühlberg ist das erstmals 704 schriftlich erwähnte Großmonra - hier im Landkreis.




Logo Steinrinne Bilzingsleben

Das mächtigste Herrschaftsgeschlecht des Mittelalters im Landkreis waren die Landgrafen von Thüringen aus dem Hause der Ludowinger. Bedeutenstes Ergebnis ihrer Tätigkeit im Zuge des Ausbaus der Landesherrschaft war der Bau der Runneburg sowie die Gründung der Städte Weißensee, Kindelbrück und Buttstädt. Die Runneburg war neben der Wartburg und der Neuenburg die wichtigste Burg der Landgrafen von Thüringen.
Anfang des 13. Jahrhunderts stand sie mehrfach im Mittelpunkt der staufisch-welfischen Auseinandersetzungen um die Macht im Deutschen Kaiserreich. So überstand sie im Jahre 1212 eine Belagerung durch Kaiser Otto IV. bei der eine Steinschleuder (triboc) zum Einsatz kam.


Runneburg -Weißensee

Zahlreiche heute begangenen Volksfeste entwickelten sich aus uralten Traditionen. Ein Beispiel dafür ist der bis 1939 regelmäßig abgehlatene Buttstädter Pferdemarkt.
Er wurde 1982 wiederbelebt und ist heute eines der größten Stadtfeste im Landkreis. Hervorgegangen ist er aus dem seit dem 16. Jahrhundert nachweisbaren großen Viehmärkten in Buttstädt.

Weitere Beispiele traditioneller Volksfeste sind der Ernteumzug in Sömmerda, erstmals 1817 nachweisbar und das Kindelbrücker Heimatfest, auch Kinderfest, erstmals 1848 begangen.


Umzug zum Pferdemarkt Buttstädt

Die im 19. Jahrhundert einsetzende Industrialisierung spiegelt sich vor allem in der Entwicklung der Stadt Sömmerda wieder. Nicolaus von Dreyse (1787-1867), der Erfinder des Zündnadelgewehres, bewirkte mit seinen unternehmerischen Fähigkeiten, das sich Sömmerda bereits früh zu einem Industriestandort entwickelte. Im Jahre 1869 rollte der erste Zug auf der Strecke Erfurt-Nordhausen durch den Landkreis.

Nach 1945 wurden neue Wirtschaftszweige aufgebaut, die teilweise aus zuvor enteigneten Privatbetrieben hervorgingen. Zu nennen sind vor allem das Funkwerk in Kölleda und die Thüringer Konserverfabrik in Buttstädt.
Der bis 1989 bedeutenste Betrieb der Region - das Büromaschienenwerk Sömmerda - später "Robotron" stellte z.B. den bekannten 8-Bit-Personalcomputer PC 1715 her. Bei Robotron arbeiteten in den 80er Jahren über 13.000 Menschen.
Die Tradition der Büromaschienen- und Computerfertigung in Sömmerda wird seit 1990 durch Fujitsu Siemens Computers fortgesetzt.



Nicolaus von Dreyse

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