Campo Santo Buttstädt

Der Camposanto in Buttstädt

Chronos mit Flügeln, die älteste griechische Gottheit, der Gott der Zeit - im verwitterten und bemoosten Sandstein kaum noch zu erkennen, mahnt mit seiner Sense am Fuße eines Rokokosteines die Lebenden mitten auf dem Camposanto von Buttstädt eindringlich an die Vergänglichkeit allen Seins.

Daneben weint sich eine "Trauernde Tugend" die Augen aus. Doch gerade hier - mitten in diesem Friedhof, hier scheint die Zeit still zu stehen, hier scheint die irdische Macht des Chronos außer Kraft gesetzt zu sein.

Denn wer das graue doppelte Flügeltor zum Gottesacker in Buttstädt (Kreis Sömmerda), einem beschaulichen Städtchen, nordöstlich von Weimar gelegen, öffnet, befindet sich plötzlich in einer anderen Welt. 88 Grabmale und 240 Grabsteinfragmente von der Renaissance bis zur Romanik geben dieser kleinstädtischen Form des Camposanto, der in diesem Erhaltungszustand ein einmaliges Kleinod der Begräbniskultur aus der Zeit vom 16. bis 19. Jahrhundert ist, seinen besonderen Wert und Reiz.

Über die Wiese verstreut, unter uralten Eichen, stehen vereinzelte bemooste Grabmale, jedes von anderer Form, als würde es stellvertretend für die Besonderheit des Verstorbenen stehen. Und bereits 1930 schrieb ein Kirchenbauwart Högg: "Soweit ich bis jetzt Thüringen kenne, ist der alte Friedhof … der baukünstlerisch wertvollste und vom malerischen Standpunkt der stimmungsvollste seiner Art."

Textauszüge: Carsten Kießwetter

Kontakt:
Campo Santo:
Herr Reiche
Tel: 036373 90 196
Herr Kresse
Tel: 036373 40 646

Touristeninformation & Zimmerreservierung:
Tourismusverband Landkreis Sömmerda e.V.
Tel.: 0 36 35 - 60 27 63